• Home
  • Ein Erfolgreiches Geschäftsmodell Modellieren – Schritt für Schritt

Ein Erfolgreiches Geschäftsmodell Modellieren – Schritt für Schritt

Geschäftsmodell

Ein Erfolgreiches Geschäftsmodell Modellieren – Schritt für Schritt

Der Anfang einer jeden Selbstständigkeit wird durch eine Idee geboren. Mit einem Geschäftsmodell erstellt der Gründer ein Konzept, mit dessen Hilfe sich die Machbarkeit und das wirtschaftliche Potenzial der Geschäftsidee in Worten gefasst, unter Beweis stellen lässt.

Geschäftsmodell

Sinn und Zweck des Geschäftsmodells

Aber auch bestehende Unternehmen sehen die Notwendigkeit, sich im Falle einer Expandierung oder einer Umstrukturierung, ein Geschäftsmodell für die Umsetzung zu erstellen.
Einem zukünftigen Gründer ist es anzuraten, sorgfältig zu planen und sich ausreichende Informationen einzuholen. Während der Orientierungsphase ist es sinnvoll, das Gespräch und den Austausch mit Fachleuten zu suchen. Kompetente Hilfe wird beispielsweise in den ortsansässigen Industrie- und Handelskammern auch durch sogenannte Existenzgründertage angeboten. Gleichwertige Unterstützung findet der Geschäftsplaner bei Unternehmens- und Steuerberatern oder auch bei Banken.
Das Vorhaben oder die Produktidee steht beim Geschäftsmodell an vorderster Stelle. Es muss dargelegt werden, in welcher Rechtsform sich das zukünftige Unternehmen in seiner Außenwirkung begreift.
Bei einer späteren Finanzierung durch Beteiligungsgesellschaften ist die gewählte Rechtsform als Kapitalgesellschaft im Sinne einer GmbH oder einer AG, zwingend erforderlich, da nur so eine Beteiligung durch Abgabe von Geschäftsanteilen stattfinden kann.
Entscheidet sich der Gründer für eine Beteiligung durch Investoren, muss ihm klar sein, dass er keine alleinige Entscheidungsgewalt mehr besitzt und sich stets mit den Managern der Beteiligungsgesellschaft absprechen muss.
Auch ist die Frage nach der Unternehmensführung zu klären.
Der zu bedienende Zielmarkt und die Konkurrenzsituation müssen benannt werden.
Nicht zu vernachlässigen sind auch die Auflistung möglicher Risiken und die Benennung eines eventuellen Plan B.

Die Umsetzung

Sobald die Idee ein Gesicht hat, geht es im nächsten Schritt um deren Umsetzung. Das dem zugrunde liegende Konzept soll nun helfen, das Geschäftsmodell in die Realität umzusetzen.
Im Falle möglichst innovativer Neugründungen und für Jungunternehmer werden oft Gründerzentren mit ins Boot geholt, welche Starthilfe geben sollen.
Diese sogenannten Inkubatoren haben das Ziel, junge Unternehmen zu unterstützen und zu fördern. Diese Einrichtungen stehen den Existenzgründern nicht nur beratend zur Seite, sondern sind auch bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten behilflich. Sie verfügen über ein großes Netzwerk und sind in der Lage, erforderliche Kontakte herzustellen.
Notwendiges Wissen erlangt der Gründer auch durch zahlreiche Literatur. Dort wird die Anfertigung eines Business Plans als erforderlich und sinnvoll beschrieben. Ein solcher Geschäftsplan dient dem Gründer als Gerüst für das daraus resultierende Geschäftsmodell.
Es gilt, sich als Unternehmer Fragen zur Geschäftsidee zu stellen und die Beantwortung derselben, nacheinander abzuarbeiten.
Über einen solchen Leitfaden vervollständigt sich nach und nach das Konstrukt, auf dem das Geschäftsmodell Fuß fasst.

Bei einer neuen Produktidee oder einer neuen Dienstleistung muss ähnlich verfahren werden, wie bei einer kompletten Firmenneugründung. Jedoch sollte hier der Gründer oder der Ideengeber der Spezialist im eigenen Haus sein.
Für ein bestehendes Unternehmen bedeutet dies, dass ein Team aus eigenen Leuten zusammengestellt werden muss. Ist eine Zusammenfindung von Fachkräften intern nicht möglich, so muss auf externe Spezialisten zurückgegriffen werden.
Solche Fachleute sind oft in der Datenbank der ansässigen IHK zu finden.

Markenname, Patent oder Gebrauchsmuster

Für die Umsetzung der Idee ist es notwendig zu eruieren, ob das Produkt oder die Dienstleistung Patent oder Gebrauchsmuster fähig ist. Es ist weiterhin zu überlegen, ob sinnvoll ist, einen Markennamen zu kreieren und diesen schützen zu lassen. Spezielle Patentanwälte geben hierüber Auskunft oder nehmen sich der Sache an.
Dem Gründer ist es zudem auch möglich, in Eigenverantwortung beim deutschen Patent und Markenamt nachzuforschen. Eine gefundene Wortmarke ist nach erfolgreicher Recherche relativ schnell installiert und geschützt.
Bei Gebrauchsmustern und Patenten gestaltet sich diese Prozedur etwas umfangreicher.
Hier darf die Bearbeitungszeit für das Patentverfahren nicht die Laufzeit des Produktes übersteigen.
Bei geringerem Innovationsgehalt und kürzerer Produktlaufzeit ist es ratsam, ein Gebrauchsmuster anzumelden. Im Verhältnis zur Patentanmeldung ist dies die kostengünstigere und zügigste Variante für den Schutz der Gedanken.
Berichtswesen

Ein unabdingbarer Bestandteil für eine mögliche Fremdfinanzierung des neuen Unternehmens ist ein detailliertes Berichtswesen. Diese Exemplare müssen in Monats, Quartals- und Jahresberichte abgefasst werden. Ein solcher Bericht enthält eine Aufstellung bezüglich des monatlichen Kapitalbedarfs, eine Einschätzung des Marktes und die Berichterstattung hinsichtlich der eigenen Arbeitsleitung bezogen auf das Produkt. Diese Reporte werden regelmäßig an die Investoren zur Einschätzung und Kontrolle bezüglich der Mittelverwendung, übergeben.

Der Businessplan

Eine tragende Säule des Geschäftsmodell ist der sogenannte Business Plan. Voraussetzung für die Erstellung eines solchen ist es, detaillierte Kenntnisse über die entsprechende Marktsituation zu besitzen. Hierzu bedarf es einer zukunftsorientierten Analyse, die sich über einen Zeitraum von mindestens vier Jahren erstrecken sollte.
Der Sinn ist es, den erforderlichen Wareneinsatz, den Personalbedarf und den Kapitalbedarf des zu verkaufenden Produktes aufzuzeigen.
Die Erreichung des ROI beziehungsweise des Brake-Even sollten in der Erstellung des Business Plan höchste Priorität haben. Nur auf diese Weise sind die Erfolgsaussichten des Unternehmens garantiert.
Dem Unternehmer ist es anzuraten, eine zweiten Plan für den möglichen Fall des Worst Casezu erstellen.
Fälschlicherweise wird der Worst Case oft mit Insolvenz oder Liquidation des Geschäftes in Verbindung gebracht. Dabei handelt es sich lediglich um die Fähigkeit, auf Veränderungen der Märkte reagieren zu können. Weltwirtschaftskrisen, Kriege und damit verbundene wirtschaftliche Sanktionen können hierfür ebenso ursächlich sein, wie geändertes Markt- und Käuferverhalten.
Eine überraschende Finanzierungslücke oder ein Finanzierungsausfall bedingt ebenfalls den Worst Case.
Die Aufgabe des Worst Case als Planfeststellung ist es, eine zügige Umsetzung zum Turn Around zu erzielen, anstatt auf eine Liquidation zuzusteuern.
Dies gelingt am effizientesten durch ausführliche und rasche Maßnahmen zur Restrukturierung.
Der Business Plan hat die Aufgabe, in geraffter Form, die Zukunft des Unternehmens, dessen Finanzierung und dessen Ertrag darzustellen.
Kernpunkte sollten im Anhang in ausführlicher Form ausgearbeitet sein, um kritische Fragen vorweg zu beantworten. Der Plan selbst sollte auch in sich schlüssig und nicht zu optimistisch angelegt sein.

Die Finanzierung

Nahezu jede Geschäftsgründung oder neue Produktentwicklung ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Das Geschäftsmodell dient daher für eine notwendige Finanzierung bei Banken oder Investoren als Entscheidungshilfe.
Sollte sich ein Investor, gleichgültig ob staatlich oder privat, für eine Beteiligung entschließen, so wird in der Regel eine Due Diligence durchgeführt. Eine solche Maßnahme wird eingeleitet, um das Unternehmen in allen Punkten zu durchleuchten. Dieser Prozess durchforstet die komplette Wertschöpfungskette vom Einkauf des Rohmaterials, über den Verkauf bis hin zur Produktauslieferung.

Eigenkapital

Eine besonders innovative Geschäftsidee lässt sich zu Beginn am einfachsten durch Eigenkapital finanzieren, da Banken und Investoren in der jetzigen Zeit in einer solchen Phase eher zurückhaltend reagieren.
In der Zeit des neuen Marktes von 1998 bis 2001 wurden diese durchaus risikobehafteten Frühphasen von öffentlichen und privaten Venture Capital Unternehmen problemlos unterstützt.

Der klassische Bankkredit

Entscheidet sich der Gründer für den klassischen Bankkredit als Investition oder Gründerdarlehen, so muss dieser durch verwertbare Sicherheiten abgedeckt werden.
Bei diesem Modell handelt es sich um eine der kostenintensivsten und riskantesten Finanzierungsmöglichkeit, da der Darlehensnehmer in der Regel persönlich haftbar ist. Bei Investitionen in Maschinen (Werkzeugmaschinen) werden diese von der Hausbank teilweise als Sicherheit anerkannt.
Bei einer Geschäftsidee, beispielsweise eines Lieferdienstes, wird diese durch die herstellereigenen Consumerbanken finanziert.
Patent und Gebrauchsmuster dienen beim Bankkredit gerne als Sicherheitsleistung.

Öffentliche Fördergelder oder Bürgschaften

An oberster Stelle für Fördergelder und Bürgschaften stehen die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW in Frankfurt am Main und ihre Tochtergesellschaft für Technologiebeteiligung, kurz TBG in Bonn. In den letzten Jahren haben die Länder eigene Förder- und Bürgschaftsbanken eingerichtet. Allerdings sind diese speziellen Mittel bei den Landesbanken in der Höhe begrenzt.
Kommt es zu einer Beteiligung oder einer Bürgschaft als Finanzierungsquelle, ist eine Kombination zwischen KfW / TBG und den Landesbanken am wahrscheinlichsten. Die Abwicklung und Koordination dieses Modells erfolgt in der Regel dann über die Hausbanken.

Staatliche oder private Beteiligungsformen

Das Geschäftsmodell einer Beteiligungsgesellschaft beinhaltet nicht, das jeweilige Unternehmen langfristig zu begleiten. Ziel ist eher, der teilweise Verkauf der Gesellschaftsanteile oder der komplette Ausstieg aus dem Unternehmen mit Gewinn.
Dazu gehört auch eine Börseneinführung.

Sowohl bei Privaten, als auch bei staatlichen Finanzierungen, stehen Minderheitsbeteiligungen fest. Das hat den Sinn, dass die Schaffens- und Innovationskraft des Unternehmers erhalten bleibt.
Auch hier sind vorderster Front die KfW und die TBG als Geldgeber zu finden.
Als eine weitere private institutionelle Beteiligungsform fungieren auch die Business Angels. Diese sogenannten Unternehmensengel erhalten Anteile der neugegründeten Firma und stehen dem Gründer im Gegenzug mit Rat und Tat zur Seite.
Den Jungunternehmer kann auf diese Weise von dem Erfahrungsschatz und dem Netzwerk des
Business Angels, welche in enger Zusammenarbeit mit der Industrie und Handelskammern stehen, profitieren.
Als Personen stehen hinter diesem Begriff in der Regel Manager aus gehobener Position, die über einen breiten Wissensstand in den Branchen verfügen.
Unternehmensengel geben den jungen Firmen die erste Starthilfe. In diesem Stadium ist das Risiko zu investieren immer ein Wagnis und durch entsprechende Ausfallqouten relativ groß. Daher ist es mehr als verständlich, dass auch der Zinssatz der Business Angel Capitals vergleichsweise hoch ist.
Dennoch erweist sich die Zusammenarbeit mit einem Business Angel für Unternehmensgründer in den meisten Fällen als lohnenswert.

Zielgruppe

Der Zielmarkt spielt bei der Erstellung des Geschäftsmodell eine tragende Rolle.
Hierbei ist es bedeutsam, ob ein völlig neuartiges Produkt oder eine bisher nicht bekannte Dienstleistung auf den Markt kommen soll. Braucht die Welt diese neue Idee und wie viel, darf sie kosten? Oft werden auch Unternehmen gegründet, die sich in ihrer bestehenden Form bereits bewährt haben. Dann gilt es hinsichtlich des Kundenstammes zu klären, ob ein Verdrängungswettbewerb stattfinden oder in welche Lücke das zugründende Geschäft stoßen soll.
Von elementarer Wichtigkeit für die Finanzierung und den Erfolg des Geschäftes, des Produktes oder der Dienstleistung ist es festzustellen, ob nationale, europa- oder weltweite Märkte bedient werden sollen.
Bei aller geistigen Euphorie sollte man die eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen und den immensen Aufwand für ein internationales Geschäft berücksichtigen.
Denn Investoren und Banken gehen sehr eng strukturiert vor, um ihr eigenes finanzielles Risiko so klein wie möglich zu halten.
Um Unsicherheit bezüglich der Zielgruppe auszuschalten, hilft es eine umfangreiche Marktanalyse zu erstellen. Eine solche Analyse sollte auch in größerem Umfang in den Businessplan mit eingebunden sein.

Wettberwerb und Alleinstellungsmerkmal

Ebenso wichtig wie die Finanzierung ist die Kenntnis über den Wettbewerb. Es ist immer mit erheblichem Aufwand verbunden, in einem bestehenden Markt als Jungunternehmer einzudringen. Voraussetzung hierfür ist, dass das Produkt im Wesentlichen qualitativ besser oder preisgünstiger bei gleicher Qualität angeboten werden kann.
Instrumente wie Marketing oder globaler Verkauf sind in der Anfangsphase eher untergeordnet angesiedelt. Vor einer Markteinführung sollte ein Feldtest bei ausgewählten Kunden durchgeführt werden, um die Qualität und Zuverlässigkeit des Produkts auszuloten. Nach Auswertung der Ergebnisse kann mit der Auslieferung und dem Verkauf auf dem heimischen Markt begonnen werden.
Die Grundüberlegung sich zu Anfang auf den nationalen Markt zu beschränken, ist aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, um eventuelle Schwachstellen, welche trotz Feldtest auftreten können, kostengünstig und schnell zu beheben.

Bei einem neuartigen, konkurrenzlosen Produkt ist diese Vorgehensweise noch wichtiger, um eine Akzeptanz auf dem bestehenden Markt zu erreichen.
An dieser Stelle ist die Einrichtung eines Werksupports, zu empfehlen. Nur dadurch ist es möglich, einen höheren Ertrag zu erwirtschaften und das Interesse von Beteiligungsgesellschaften zu wecken.
Sollte dies der Fall sein, so steht dem globalen Verkauf nichts mehr im Wege.